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Meine kostenlose Kurzgeschichte der Woche

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Die Fahrradfahrerin

Täglich im Eilschritt zur Arbeit hasten! Das ist wohl noch die nächsten 27 Jahre bis zu meiner Pensionierung unvermeidbar. Halt! Nicht täglich, ich möchte meinen frisch begonnenen Tag nicht mit einer Lüge beginnen. Natürlich bin ich glücklicherweise auch der 5-Tage-Woche unterworfen. Habe meine zwei freien Tage, an denen ich mich erholen kann. Oder sollte. Aber dann fallen so zahlreiche häusliche Pflichten an, die nicht zu umgehen sind. Und selbst das Ausschlafen habe ich eingefleischter Junggeselle verlernt. Wache an diesen Tagen wie an Werktagen auf, stürze mich in meine Freizeitkleidung, eile zum Bäcker und dann zum Wochenmarkt, um die besten Nahrungsmittel in höchster Qualität zu erwerben, bevor diese von unappetitlichen Menschen befingert oder gar befummelt worden sind.

Doch zurück zu meinem Alltag. Der leider nicht meinen Jugendträumen entspricht. Ich wollte als Astronaut ins All fliegen. Alle All-Tagssorgen weit hinter mir, der irdischen Schwerkraft überlassen. Das war mir leider nicht vergönnt. Ich war zu kurzsichtig. Übergewichtig. Linkshänder. So landete ich am Montageband. Schraube seither wie einst Charlie Chaplin im Film Modern Times Kleinstteile zusammen, ohne diesen nur das Geringste mitteilen zu können. Denn denen fehlen schlichtweg Ohren. Eine emphatische Seele.

Also auf meinem täglichen Hastweg zur Fabrik überholt mich stets eine wundervolle Frau. Ein einmaliges Wesen, in das ich mich bereits am ersten Tag der Begegnung unsterblich verliebt habe. Dafür meinen so komfortablen Status als jahrzehntelanger Junggeselle gleich in den wild strudelnden Dorfbach werfen würde. Auf dass jener auf immer verschwemmt würde.

Diese Augen! Das schmale Gesicht. Die im Wind wehende Haarpracht. Das Lächeln auf ihren Lippen. Eine Replika der Mona Lisa, die im Louvre ihrer Unendlichkeit Tag für Tag entgegeneilt. Und täglich wirft mir die Radfahrerin bei meinem Gang zur Arbeitsstätte einen Augen-Blick zu, der meinen Verstand samt Herzschlag durcheinanderbringt. Sie muss also an mir Gefallen finden. Was meine Träume mehr als beflügelt. Ach, wie stelle ich es nur an, mit meiner Ikone Kontakt aufzunehmen. Das Gegenlächeln hat bisher keine Ergebnisse gebracht. Soll ich mich ihr in den Weg stellen? Vor ihrem Fahrrad stolpern, auf die Knie fallen?

Ja, so vergingen zahllose Tage bis zu dem allerschwärzesten Tag, den ich je erlebte. Dem Augenblick, als ich erkannte, dass meiner Mona Lisas Blick und Lächeln nicht mir, sondern einem wundervollen Retriever-Hund mit glänzendem Fell galt, der neben ihr brav und angeleint auf dem Gehsteig trabte.

So schlossen meine Hirnströme augenblicklich im Kurzschlussverfahren folgenden hirnschlüssigen End-Schluss:

‚DU BIST AUF DEN HUND GEKOMMEN. END-GÜLTIG!‘ … 

 


Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder:

V E L O C I T A

Velocita rasende
Sekunden gebären
Aufbrausende Minuten
Die dann tobende Stunden.

Stunden stürmisch Tagerennen
Wochen Monatsglocken
Jahreslocken Hades
Dann beglotzen.

Dem Ende zwar
Entgegen doch jeden
Neuen Tag gestalten sollten
Wir als kreierend Geschenkes-Segen.




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