kostenlose Kurzgeschichte der Woche

Meine kostenlose Kurzgeschichte der Woche

An dieser Stelle präsentiere ich Ihnen im wöchentlichen Wechsel die (kostenlose) Kurzgeschichte der Woche, auch als Pdf-Download.

Im Archiv können Sie dann auch stöbern und "alte" Kurzgeschichten lesen und anhören.

Hier die aktuelle Kurzgeschichte der Woche (auch als Download Pdf  >>) :

Durch die Blume

Er wolle es mir durch die Blume sagen. Unverblümt. Blumig. Es gebe so zahlreiche Arten einem die Wahrheit an den Kopf zu werfen. Zu sagen. Mitzuteilen. Mit Blumenduft. Oder Blütenstaub. Ganz wie es ihm beliebe. Ich war doch mehr als erstaunt über seine verbalen Annäherungsversuche nach dem wir uns doch bereits seit Jahren mehr als nahe stehen. Ich behaupte ohne Abstandsregeln nahe stehen. Doch mit Anstandsregeln. Wollte er diese mit seinem Vorwort, seinem Bandwurm endlichen Aneinanderreihen von Worten, seinen Worthäufungen, könnte diese auch als blumenhaft duftende Worthäuflein bezeichnen, zum Ausdruck bringen? Nichts mehr mit mir zu tun haben wollen? Mir eine Verlassens-, oder eine Entlassungsurkunde, wie diese in der höchsten Politik zur ‚Political Corectness‘ gehört, überreichen? Diesen Wortwulstsalat, aus Sommerblumen angerichtet, serviert er mir aus seinem Mund, mit seinen rosaroten Lippen geformt, während unseres Spaziergangs über die herrliche Sommerwiese. Herr-lich? Will er sich so geben da er mir eine schlechte, für mich üble Nachricht duftend überbringen will? Duftend? Blumig? Will er dass ich verdufte. Das muss es sein. Denn wie eine Sommerblume, eine blaue Kornblume bin ich am Verwelken. Nun am Verduften ...




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Ohrenkino

"Durch die Blume" als Tondokument, vorgelesen von François Loeb:






Ein Kommentar zu dieser Kurzgeschichte:

Am 12. Juni 2020 schrieb ein anonymer Leser:

"leichtfüssig tänzerisch führt uns François Loeb in den Abgrund oberflächlichen Sprache Gebrauchs , jongliert mit den Wörtern, lässt sie in der Schwebe zwischen Lüge und Wahrheit stehen und lässt uns mit ihnen am Boden zerschellen, um sich mit einem Augenzwinkern aus dem Staub zu machen ... zu verduften."

Kommentar zu dieser Kurzgeschichte:
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