Meine kostenlose Kurzgeschichte der Woche
An dieser Stelle präsentiere ich Ihnen im wöchentlichen Wechsel die (kostenlose) Kurzgeschichte der Woche, auch als Pdf-Download.
Im Archiv können Sie dann auch stöbern und "alte" Kurzgeschichten lesen und anhören oder hier kostenlos und werbefrei erhalten >>
Hier die aktuelle Kurzgeschichte der Woche (auch als Download Pdf >>) :
Die KI-Explosion
Wie immer am frühen Sonntagmorgen drehe ich meine Jogging-Runde. Werktags fehlt mir leider die Zeit dazu, denn da ist Zeithetze angesagt, Termine, Termine, bereits ab sieben Uhr morgens. Deshalb geniesse ich es an Sonntagen. An Samstagen bin ich auch werktätig, da mein Chef behauptet, dieser Tag sei für ihn ganz einfach ein Werktag, was sich sehr negativ auf mein Gewicht auswirkt. Jede Verringerung scheitert an der Werktagsdefinition meines obersten Vorgesetzten, der seinen Schmerbauch wohlig in seinen gepolterten Chefsessel fläzt, also bestimmt kein Verständnis für Joggingsorgen haben kann.
Ich geniesse also die Runde, leicht ausser Atem, denn der Weg geht steil bergauf. Und wie immer höre ich den Glockenschlag des im nahen Tal liegenden Kirchturms, zähle zu meiner eigenen Unterhaltung und Atemablenkung jedes Mal mit. Sechs, sieben ... dreizehn, was ist denn das? … siebzehn und erst bei achtunddreissig endet der Glockenschlag. Das kann nicht sein, rufen mir ebenfalls total atemlos meine Synapsen lauthals, mit einem Echolot bis in die Halsmuskulatur zu. Ein Defekt? Ein Fehler in der Steuerung des Kirchturms? Hat er sich etwa an der Erkältung des Geistlichen angesteckt?, antwortet frech mein Unterbewusstsein. Doch da, die Joggingrunde geht plötzlich steil abwärts. So steil, dass mich Schwindel überfällt, ich auf den Hosenboden plumpse und auf diesem abwärts rutsche, mich vor meiner Haustür wiederfinde, die sich aus den Angeln hebt, mir entgegenläuft, mir mit künstlicher Stimme ein Willkommen zuruft, mich aber nicht eintreten lassen will, sondern ein Sperrgitter hinabfallen lässt. Spielt meine Alarmanlage, die ich beim Weggang eingeschaltet habe, verrückt? Ich drehe mich um, erblicke einen Sperling, der sich genüsslich über meinen linken Joggingschuh hermacht und beginnt, ihn aufzufressen. Und NEIN; der Spatz trägt einen Kopfhörer über seinem Köpfchen, aus dem ein herrliches Vogelgesangskonzert bis zu meinem Trommelfell schleicht, Eintritt fordert, den ich ihm, des Trommelns leid, sofort und bereitwillig gewähre. Da, ein Schatten über mir. 'Das muss ein grosser Vogel sein', beschwichtigt mich mein Hirnwasser, das die Synapsen lächelnd überschwemmt, dadurch weder Weg noch Steg zur natürlichen Intelligenz mehr offenlässt.
Der Vogel, dessen Schatten mir jetzt jedes Sonnenlicht entzieht (ich erkenne ihn als Storch), senkt sich, packt mich mit seinem langen spitzen Schnabel am Schlafittchen, bringt mich zurück in meine Vorgeburtsheimat, die sich hinter dem Mond befindet …
Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder:
E X P L O S I O N
Ach würde
Die Explosion
Baldigst erfolgen.
Ganz ohne Sprengstoff
Leise dann erklingen
Uns verschlingen.
Die Explosion
Der humanen Vernuft
Dashalb gesichert die Zukunft.
Geschrieben von François Loeb, Schweizer Schriftsteller. Weitere Geschichten finden Sie auf der Archivseite >> und hier sind alle Dreisatzromane >> aufgeführt.
Ihren Blog, die eigene Homepage, FB, Instagram, WhatsApp bereichern: Die Wochengeschichte oder/und den Dreisatzroman urheberfrei und kostenlos unter Nennung der Quellenangabe (https://www.francois-loeb.com//kurzgeschichten-kostenlos-lesen/geschichten-erhalten/) dort einfügen!
Freue mich darüber sehr!