Meine kostenlose Kurzgeschichte der Woche
An dieser Stelle präsentiere ich Ihnen im wöchentlichen Wechsel die (kostenlose) Kurzgeschichte der Woche, auch als Pdf-Download.
Im Archiv können Sie dann auch stöbern und "alte" Kurzgeschichten lesen und anhören oder hier kostenlos und werbefrei erhalten >>
Hier die aktuelle Kurzgeschichte der Woche (auch als Download Pdf >>) :
Das Laborynth
Sekundenbuch aus meinem elektronischen Postfach:
„Werther Herr, möglicherweise kennen auch Sie Menschen die labern: Ich gehe davon aus, dass dies mit 99,9 % Wahrscheinlichkeit der Fall ist. Falls 0,1 % auf Sie zutrifft, kann diese E-Mail unbedenklich gelöscht, aus Ihrem Account vertrieben, mit Haut und Haar, mit Blatt und Wurzeln entfernt und, wenn dies dem Wunsch Ihrer Synapsen entspricht, gar exterminiert werden. Andernfalls flehen wir Sie an, bei einem dieser Labergespräche nicht wie sonst üblich wegzuhören, sich mit anderem zu beschäftigen, wie zum Beispiel mit dieser Mail. Klauben Sie, ich bitte Sie inständig auf siebenunddreissig Lippen kniend, jedes dieser Worte auf. Selbige in Speichelpapier, selbstverständlich dasjenige, dessen Stimmbänder sie verlassen haben, einzuwickeln und es danach in Ihrem Hirnzwischenlager, es kann auch in dem einen Stock tiefer gelegenen Kropflager sein, aufzubewahren. Zu lagern, bis wir mit unserem patentierten Wortsammeltrommel-Hundertachtzigtonner bei ihnen vorfahren. Die Laberworte eingeladen, ins Laborynth fahren, dort entpacken, reinigen und mit Reagenz-Chemikalien in gut und schlecht aufspalten. Denn jedes Wort hat auch seine positiven Seiten, selbst wenn es dahergelabert ist. Nach diesem selektiven Prozess stellen wir die aufgearbeiteten, guten aufgespaltenen Worte einerseits der Worthölle zur freien Verfügung, auf dass diese erträglicher wird, selbst falls an Pressekonferenzen ausgesprochen und deren Konterparts, also die aufgespaltenen Schlechtworte andererseits, nein, nicht dem Himmel, sondern ewigen Weltverbesserern, auf dass deren Botschaften, auch wenn gelabert, glaubwürdiger sein werden.
Sollten Sie, liebe Adressatin, lieber Adressat, selbst zu den Wortlaberern gehören, labern Sie ruhig weiter, denn schlussendlich werden alle ausgesprochenen Worte eines Lebens auf einer Silberwaage gewogen und je leichter diese sind, desto unbeschwerter fliegt es sich in die kommenden himmlischen Welten.
Mit Wortsamengrüssen, die ich in diesem Augenblick in Ihr wertestes Hirn oder Gegenhirn fliegen lasse, sichern wir das Aufblühen aller künftigen Worte in gesichertem Modus, sind wir doch, das werden Sie noch erkennen, die Schadsoftware der geflügelten Worte der Meta-Universen!
Mit wortreicher Umarmung, Ihr unsterbliches erlabertes Laborynth…
PS: Diese urheberrechtlich ungeschützte, an Sie gerichtete Mail darf unbedenklich auf Ihrem Servicenetz weitergeleitet werden. Selbst an Laberer, denn deren darüber fallende Aufregungsworte sind wertvollster Rohstoff für unsere Laborynthwerte!
Und als Bonus ein weiterer DREISATZROMAN aus meiner Feder:
L A B O R
Weshalb
Bedenken
In Hirngelenken.
Das gelaberte Labor
Warnt doch so
Trefflichst
Davor.
Labere
Also ruhig
Weiter Worte
In den Rieseneimer.
Geschrieben von François Loeb, Schweizer Schriftsteller. Weitere Geschichten finden Sie auf der Archivseite >> und hier sind alle Dreisatzromane >> aufgeführt.
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Freue mich darüber sehr!